Produktivitäts-Tipp für Adressbuch-Gruppen

21. März 2010

Bei der Arbeit mit Apples Adressbuch gibt es die praktische Möglichkeit, Adressen in Gruppen einzuordnen. Dabei ist man nicht auf eine Gruppe beschränkt, sondern jede Adresse kann prinzipiell in mehreren Gruppen zugeordnet werden. Die Gruppenauswahl selbst geschieht über die einblendbare Seitenleiste am Adressbuchfenster.

Neben der Möglichkeit, feste Kategorien zu bilden, lassen sich die Gruppen auch hervorragend für Workflow-Aufgaben nutzen. Nachfolgend werden 2 Beispiele illustriert:

1. Adressbuchgruppe zur Nachbereitung von Messe-Besuchen

Apple Adressbuch

In einer temporären Gruppe “CeBIT Nachlese” (Name entsprechend für den jeweiligen Zweck anpassen) werden zunächst alle relevanten Visitenkarten vom Messebesuch erfasst und mit passenden Notizen ergänzt. Nach und nach können diese nun abgearbeitet und dann in die passenden Gruppen zur endgültigen Ablage verschoben werden. Wenn keine Adresse mehr übrig ist, wird die Gruppe wieder gelöscht. (Hinweis: Das Adressbuch unterstützt kein direktes Verschieben zwischen Gruppen. Beim Drag&Drop wird der Eintrag jeweils in eine zusätzliche Gruppe zugeordnet. Anschließend reicht jedoch ein Druck auf die “Delete”-Taste in der Ursprungsgruppe, um den Eintrag dort zu entfernen. Der Eintrag selbst und die anderen Gruppen-Zuordnungen bleiben dabei erhalten.)

2. Adressbuchgruppe zur Reisevorbereitung

Apple Adressbuch

Besitzer eines iPhone kennen den praktischen Nutzen, dass alle Adressbucheinträge automatisch mit dem iPhone synchronisiert werden und dann auch unterwegs zur Verfügung stehen.
Um auf alle relevanten Adresseinträge unterwegs schnell zugreifen zu können, bietet es sich an, diese vorher in einer Adressbuchgruppe zusammenzufassen. Damit die Gruppe auf dem iPhone schnell zur Hand ist, wird der Name in der Form “AAA Reise” benannt. So steht diese Gruppe ganz oben in der Auswahlliste des iPhone und man erreicht diese mit wenigen “Klicks”.
Dieser Tipp eignet sich auch für Nutzer der “NAVIGON MobileNavigator” App. Wenn man dort das “Kontakte”-Icon wählt, kann direkt die vorbereitete Adressbuchgruppe verwendet werden. Dies spart aufwändiges Suchen nach den gewünschten Einträgen unterwegs. So kann man in der Regel mit 3 Klicks das nächste Navigationsziel aus der Reiseliste im Auto auswählen:

iPhone Adressauswahl

Fazit: Die Adressbuchgruppen eigenen sich für vielfältige Anwendungszwecke. Sie sind schnell erstellt und man kann sie flexibel einsetzen. Nicht nur für statische Kategorien lohnt sich das Pflegen von Gruppen, sondern auch für temporäre Listen zur Vor- und Nachbereitung von Reisen, Veranstaltungen, Messen, Seminaren oder Mailings.

Das Geheimnis von Apples Erfolg, und warum wir erst am Anfang einer universellen Medienkonvergenz stehen

31. Januar 2010

Essay: Kultur und Technik

Einleitung

Auf dem Weg zum Kunden im Auto benutzte ich vor einigen Tagen nach dem Hören mehrerer Podcasts die Zufallsfunktion zum Abspielen eines Musiktitels aus meiner Sammlung. Es kam ein Onehit-Song aus den 80ern. Während ich noch kurz darüber nachdachte, wie lange dieses Fragment meiner Jugend schon her ist (über 20 Jahre!) und welche nachhaltige Bedeutung dieser Song nach so langer Zeit – zumindest auf mich persönlich als Hörer in diesem Augenblick – noch hat, wurde mir klar, dass genau hierin ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das iPhone liegt.

Mit einem kleinen Gerät, das ich heute immer dabei habe, kann ich jederzeit an jedem Ort auf meine gesamte Musiksammlung aus mehr als der Hälfte meiner Lebensgeschichte zugreifen und mir spontan auf Knopfdruck alte Erinnerungen wach rufen.

Dies ist nicht unbedingt eine Nebensächlichkeit, dass mein Mobiltelefon so etwas auch kann. Sondern wenn ich mir überlege, was ich mit dem iPhone hauptsächlich anstelle, dann kommt telefonieren an allerletzter Stelle! Ganz vorne liegen Podcasts hören, Musik hören, eMails, Internetzugriff, Twittern und allerlei maßgeschneiderte (Online-)Services in Form von passenden Apps. Und mit deutlich zunehmender Tendenz auch das gelegentliche Einfangen von Schnappschüssen mit der eingebauten Kamera.

Damit ist dieses Gadget eigentlich kein Technik-Spielzeug mehr, sondern ein allgegenwärtiges Kulturgerät für Musik, Kommunikation, Fotos und soziale Interaktion.

Selbst mein kleiner Sohn (15 Monate jung!) hat in kürzerster Zeit gelernt, wie er in der ZooBox [1] auf dem iPhone mit dem Finger ‘seine’ Tiere durchblättern kann und freut sich riesig, wenn dann die passenden Tiergeräusche dazu erklingen.

Schlagartig wurde mir klar, dass die ganze Technikgläubigkeit vergleichsweise bedeutungslos ist gegenüber der Allgegenwärtigkeit von Kultur. (bitte hier nicht an Wagner und Shakespeare denken, sondern allgemein an alle kulturellen Tätigkeiten und alltägliches Medienkonsumverhalten)

Eigentlich ist das ja auch nicht sonderlich überraschend.

Der Mensch als kulturelles Wesen

Seit 10.000 Jahren versucht der Mensch, seinen Lebensraum zu gestalten, zu kultivieren. Dabei ist die Technik immer nur ein Werkzeug im Dienste der Kulturleistung gewesen:

  • Spitzhacke und Rechen zur Urbarmachung von Ackerböden (Kulturlandschaften als Lebens- und Entwicklungsgrundlage)
  • Keilschrift und Hyroglyphen zur Dokumentation von Geschichten (Erzählkultur und Geschichtsschreibung)
  • Rad, Dampfmaschine, Eisenbahn, Automobil, Flugzeug für Reisen und Handel von Waren (Austausch zwischen den Kulturkreisen)
  • Postkutsche, Buchdruck, Telefon, TV, Internet zur Kommunikation, Unterhaltung und Handel mit Ideen (Entstehung einer Globalkultur)

Schaut man sich die großen Massenphänomene dieses und des letzten Jahrhunderts an, sind diese u.a. Tourismus [2], Markenkultur und Design von Produkten, Popkultur von Musik und Film, Fernsehunterhaltung, Yellowpress [3], Handys, Harry Potter [4] und das Internet.

Kultur – bzw. im modernen Sinne die Popkultur [5] – fungiert hier als Ausdrucksmittel zur Identitätsstiftung. Hier geht es um elementare Funktionen menschlicher Kommunikation und individuellen Selbstverständnisses, was sich in unterschiedlicher Weise deuten lässt: Kultur als passives Konsumgut zur Attribution der Persönlichkeit [6] einerseits. Sowie dazu komplementär, Kultur als aktives Kreativmedium zur Selbstverwirklichung.

Das Internet und die Trends der vergangenen Jahre

Speziell das Internet ist wohl einer der größten und wirksamsten Katalysatoren in dieser Entwicklung vielleicht seit Erfindung des Rads und der Druckerpresse [7].

Wenn es nur um die Informationsvermittlung ginge, müssten seit jeher alle Bibliotheken und Archive Wallfahrtsstätten des Massenkonsums sein – dies ist aber nicht so, sondern diese Informationshalden sind bislang nur etwas für Eliten gewesen.

Die eigentliche Leistung von Google, Wikipedia oder auch eBay liegt in der breiten Verfügbarmachung einerseits von Partikularinteressen (seltene Infos schnell auffindbar) und gleichzeitig Trivialinteressen (Mainstreamkultur in Echtzeit abrufbar).

Damit wurde das bisherige Medienmonopol der Verlage und Medienhäuser, wo wenige Gatekeeper bestimmen, was für die Masse erreichbar ist (One-to-many model) erweitert um zunächst relativ unkontrollierte breit angelegte Zugangswege, mit deren Hilfe letztlich jeder von jedem Inhalte konsumieren kann (Many-to-many model). Mit Google ist zwar auch hierbei eine neue Monopol-Funktion entstanden, diese steht aber als Komplementär zur offenen Netzstruktur und hat (noch) keine monetäre Zugangsbarriere.

Wenn man sich einige Erfolgsprodukte der jeweiligen Entwicklungsstadien der letzten Jahrzehnte herausgreift, kann man ablesen, dass die treibende Kraft immer der eher spielerische Umgang mit Kulturgütern war und nicht der Technikenthusiasmus als Selbstzweck:

oder im Internet:

und ganz aktuell:

Wer treibt diese Entwicklung?

Die wahrnehmbar wichtigen Player [17] sind hier u.a. Google (inkl. YouTube), Apple (iPod, iTunes, iPhone), eBay, amazon, FaceBook, Skype, sowie derzeit noch die klassischen Medienkonzerne (in Musik, TV, Film, Print) und Telelekommunikationsunternehmen (Handyhersteller, Netz-Betreiber).

Wie die weitere Konvergenz den Markt verändert bleibt abzuwarten.

Die nachhaltige Wirkung z.B. des iPhones auf die gesamte Telco-Branche (sowohl Carrier, Endgerätehersteller als auch Serviceanbieter) ist hier nur ein Indiz, wie schnell ein Konvergenz-Effekt bei den Endusern die Kräfteverhältnisse am Markt beeinflussen kann [18].

Im Vergleich zu den großen Playern des Internet und der digitalen Kultur-Gadgets steht der einstige Technik-Monopol-Riese Microsoft allmählich in einer ziemlich schwachen Position [19]. Alle Versuche, sich als Gatekeeper fürs Internet zu etablieren (Browser [20], ePass [21], Webportale [22]) sind mehr oder weniger gescheitert bzw. auf dem Rückzug. Einzig die neue Suchmaschine Bing hat evtl. noch Wachstumspotential. Alle Gadgets (Zune Mediaplayer [23], Mobile-OS für Handys) liegen weit abgeschlagen und konnten keine marktdurchdringende Bedeutung erlangen [24]. Anders hingegen ist die Situation (noch) bei den wirtschaftsgetriebenen Technikprodukten des Softwarekonzerns.

Randnotiz: Microsoft-Gründer und Software-Milliardär Bill Gates kaufte auf dem Höhepunkt seines Erfolgs die Manuskripte von Leonardo DaVinci [25] und gründete die Bildagentur Corbis [26]. Damit bewies IT-Mann Gates viel Gespür für Kulturgüter!

Google hat sich in nur einem Drittel der Zeit (Microsoft-Gründung 1975=35 Jahre, Google-Gründung 1998=12 Jahre) zu einem globalen Monopol entwickelt und steht heute quasi als Synonym für die Mainstream-Internet-Epoche [27]. Darüberhinaus werden in immer kürzeren Taktzyklen neue Dienste [28] entwickelt und erprobt und so die Bereitstellung und Verfügbarmachung von Information und Medien immer einfacher und meist sogar kostengünstig für jedermann verfügbar (Fotos [29], Videos [30], Musik [31], Bücher [32], Blogs [33], Wikis, News [34], Geoinformation [35]). Nicht zuletzt am Beispiel Google-Earth [36] wird deutlich, dass kommerzieller Nutzwert, persönlicher Nutzwert und Unterhaltungswert sehr eng beieinander liegen können. Alles in allem ist aber grade Google ein Musterbeispiel für die sehr erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung von Kulturgütern aller Art.

Amazon und eBay haben ihren Siegeszug als globale Handelsplattformen (B2C, C2C und B2B) angetreten. Obwohl man bei Amazon inzwischen auch Autoteile [37] und Babywäsche [38] kaufen kann steht die Marke bei vielen immer noch als Begriff für Bücher, Musik und DVDs und bestätigt damit die ursprüngliche Kulturprägung der Marke.

Apple hat gleich in mehrfacher Hinsicht das Thema Kultur aufgegriffen:

Mit dem ersten Macintosh 1984 kamen die interaktiven Mal- und Zeichenprogramme MacPaint [39] und MacDraw [40]. Zuvor war es auf bis dahin verfügbaren Computersystemen nur möglich, mit umständlichen Befehlsketten per Kommandozeile eine grafische Ausgabe zu produzieren.

Später mit dem LaserWriter wurde das Desktop-Publishing erfunden [41]. Was sich seit der Ablösung des Bleisatz durch den Fotosatz schon abzeichnete hat eine ganze Branche verändert und zahlreiche Berufsbilder (Plakatmaler, Setzer, Lithograph, Reprograph) verschwinden und dafür neue entstehen lassen.

Nach und nach wurde Apples Mac die führende Plattform für Video-Schnitt und zahlreiche Design-Tools sowie Musik-Tools. In der Musik-, Film- und Medienproduktion ist Apple damit seit Jahrzehnten eine feste Größe.

Der Wandel hin zum Massenkonsumartikelmarkt kam 2001 mit dem iPod. Nicht allein das Gerät war dabei ausschlaggebend. Der kurze Riesenerfolg und anschließende Niedergang von Napster [14] wurde durch iTunes und iTunes-Store mehr als kompensiert. Heute ist Apple alleine durch das Downloadgeschäft zum größten Musikvertrieb in den USA aufgestiegen und ist dabei, das Geschäft mit den physischen Tonträgern zu überholen [42].

Bezieht man die persönliche Erfolgsgeschichte von Steve Jobs [43] mit ein, hat er mit dem Filmstudio Pixar und heute als größter Anteilseigner von Disney weitere wichtige Medien- und Kulturfelder maßgeblich mit beeinflusst. Es ist absehbar, dass sich die Erfolgsgeschichte aus dem Musikbereich bald im Filmbereich wiederholen könnte, wenn erst die verfügbaren Bandbreiten einen Echtzeitdownload von Hollywood-Blockbustern auf die heimischen Abspielgeräte zulassen. Mit dem Apple-TV [44] hat sich der ehemalige Computerkonzern [45] bereits frühzeitig in Stellung gebracht.

Mit dem iPhone gelang der Vorstoß in die Handybranche quasi aus dem Stand heraus [18]. Eigentlich ist das iPhone wie oben bereits angedeutet aber kein Handy im eigentlichen Sinne sondern ein Multifunktions-Musikplayer-Handy-Internetterminal-Taschencomputer.

Darüberhinaus sind die iPods und iPhones als Gerätekategorie in Sachen Design und Usability zu einem eigenen Kulturphänomen geworden, das die Popkultur und den Medienkonsum gleich mehrer Altersgenerationen (die der Teens und Tweens sowie die der heute 30-40 Jährigen gleichermaßen) stark beeinflusst [46].

Das Apple iPad – der Computer verschwindet aus dem Blickwinkel

Inzwischen hat Apple mit dem iPad [47] eine neue Gerätekategorie vorgestellt, welche sich nicht nur anschickt, das bisherige Medienerlebnis auf einem mobilen Device zu verbessern, sondern neben einem tauglichen Foto- und Videoplayer sowie einer passablen Spielekonsole auch gleich noch den aufstrebenden Trend der eBooks [48] auf eine intelligente Art integriert [49]. Das bestechendste Merkmal an diesem Gerät: Obwohl es sich um ein Highend-Produkt an Computertechnik handelt, ist der Computer von einst dabei komplett unsichtbar geworden! Die Interaktion findet direkt mit den Medieninhalten statt. Der visionäre Slogan “Information at your Fingertips” – interessanterweise aus einer Keynote von Bill Gates von 1994 [50] – findet nun 16 Jahre später in einem Apple-Produkt seine wortgetreue Entsprechung. Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings die Tatsache, dass der ehemalige Apple-CEO John Sculley bereits 1987 das Konzept des Knowledge-Navigators [51] vorstellte. Heute – 23 Jahre später hat sein Vorgänger und Nachfolger Steve Jobs diese Vision nun eingelöst [52].

Bezeichnenderweise löste die Vorstellung des iPads in der Computer-Gemeinde nicht nur Euphorie sondern in erster Linie viel Enttäuschung, Wut und Häme aus [53]. Erste Analysen vermuteten als Grund dafür den zu sehr gesteigerten Hype durch wild wuchernde Gerüchte im Vorfeld der mit strenger Geheimhaltung vorbereiteten Produktpräsentation.

Wenn man allerdings genauer darüber nachdenkt, und sich den Schwall der negativen Kommentare in den einschlägigen Foren sowie der aktuellen Berichterstattung zu Gemüte führt wird deutlich, wieviel Emotion hier mitschwingt. Mit dem iPad hat Apple die Gemeinde der Computer-Nerds mitten ins Mark getroffen! Hier wird ein Gerät vorgestellt, das die Geheimwissenschaft der selbsternannten Computerexperten schlicht überflüssig macht. Der ach so elitäre Club der Wissenden, welche durch unzählig verbrannte Stunden Lebenszeit ihre Rechner und Betriebssysteme gezähmt haben, welche Jahre- und Jahrzehntelang tapfer gegen wirre Fehlermeldungen und widerspenstige Programme gekämpft haben, bekommt nun vorgeführt, dass es ein Device gibt, mit dem selbst ihre Großmutter ohne nachzudenken schnell und effizient in den Medienkosmos eintauchen kann.

Ein Aufschrei der Gequälten [54], die um die Früchte Ihrer hart erarbeiteten Expertise fürchten. Wenn allerdings der Schock [55] erstmal verdaut ist, wird sich zeigen, ob sich nicht manch einer doch schneller bekehren lässt, als er sich das zugetraut hätte. Denn menschliche Bequemlichkeit ist immer noch ein unschlagbares Argument, um sich neuen Verhaltensweisen zu öffnen. Mehr noch – hier tut sich die einmalige Chance auf, Geistesenergie, welche bislang für die Beherrschung der Skills zur Teilnahme an einer technisch schwierigen Computerepoche aufgewendet werden musste, zukünftig noch stärker in Form kreativer Schaffenskraft auszuleben. Denn anders als andere Mediaplayer bringt das iPad gleich noch eine Reihe Kreativanwendungen zum selber produzieren von Medieninhalten mit.

Für die restlichen 90% der Normalsterblichen, für die reine Computerthemen ohnehin eher nebensächlich sind, stellt sich diese Frage erst gar nicht. Usability-Papst Jacob Nielsen brachte es kürzlich mit diesem bezeichnenden Nebensatz auf den Punkt: “Normale Leute sitzen nicht gerne an ihrem Rechner. Sie würden lieber Fussball gucken, mit dem Hund rausgehen oder sonst irgendwas tun. Den Computer zu benutzen rangiert gerade einmal knapp über dem Müllwegbringen.” [56]

So gesehen ist das iPad die bislang konsequenteste Umsetzung für einen Ausweg aus diesem Dilemma: Weg mit dem Computer, rein in die direkte Interaktion mit den Medien!

Natürlich werden Technik und insbesondere Computer z.B. in Wirtschaft und Wissenschaft allein aufgrund vorwiegend technischer Eigenschaften weiterhin große Bedeutung haben. Allerdings dürfte der Bereich Kultur einen weit größeren sichtbaren Einfluss haben. Dies ergibt sich allein schon aus der Tatsache, dass die Gesamtzahl der konsumierenden Menschen grösser ist als die der arbeitenden Menschen. Auch Kinder und Rentner hören Musik, sehen Filme, informieren sich, kommunizieren, spielen und sind kreativ. Diejenigen Anbieter, die allen Personengruppen eine für sie geeignete technische Plattform anbieten können, um am kulturellen Erbe der Menschheit teilzuhaben, machen das Rennen.

Wohin führt der Weg?

Denkt man sich die Entwicklung des iPad noch um ein paar Jahre weiter, wird ein vergleichbares Gerät – vielleicht noch erweitert um Videokonferenz-Funktion und Fernsteuerung für alle Haushaltsgeräte – die letzten Lücken der Medienkonvergenz schließen und zur allgegenwärtigen Kommunikations-Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, zwischen Menschen und Menschen und letztlich zwischen Technik und Kultur.

Damit materialisiert sich das implizite Versprechen der Medienkonvergenz [57], welches man kurz gefasst umschreiben könnte als Zugriffsmöglichkeit auf alle Kulturgüter unabhängig von Zeit und Raum.

Die spannende Frage ist nun, was die Menschen mit diesen neuen Zugangsmöglichkeiten anstellen. Stellt man das Thema in einen größeren Zusammenhang, zeichnet sich ab, dass die Entwicklung der Medienkonvergenz Treiber für einen noch umfassenderen Prozess ist, den der Kulturkonvergenz. Schließlich geht es bei der Teilhabe am kulturellen Erbe nicht nur um den Konsum sondern auch um die Herstellung, Gestaltung und Vermittlung von Kultur.

Henry Jenkins, Professor für Kommunikation und Medien an der Universität von Südkalifornien und ehemaliger Direktor am MIT hat diese Entwicklung bereits 2006 in seinem Werk “Convergence Culture” [58] ausgelotet.

Wer jetzt glaubt, diese Entwicklungen sind nur relevant für den Markenerfolg einiger weniger Gadget-Hersteller oder Internet-Diensteanbieter unterschätzt den Einfluss, welcher durch die Nutzung dieser Möglichkeiten den Menschen selbst zufällt.

In dem Maße, wie der technische Aspekt der Medien in den Hintergrund tritt, werden die kulturellen Folgen für die Menschen um so nachhaltiger deutlich. Jenseits des Konsumverhalts beeinflusst die kulturelle Vernetzung über das Medium mehr und mehr auch die Lebenswirklichkeiten in den einzelnen Kulturkreisen. Jüngste Ereignisse wie Flickr-Zensur in Arabien [59], Twitter-Revolution im Iran [60] oder Google-Zensurbruch in China [61] sind hier vielleicht erste Anzeichen für einen globalen Umwälzungstrend dessen Entwicklung grade erst Fahrt aufnimmt.

Mögest Du spannende Zeiten erleben!  ;-)

©Marcel Moré, 2010-01


Über den Autor: Marcel Moré (Jg. 1969) ist Berater für Informationsdesign und Informationslogistik. In der Generation ‘Computerkid’ erlebte er seit den 80er Jahren die Umwälzungen des aufkommenden Computerzeitalters hautnah mit. Seit mehr als 20 Jahren ist er selbständig als Entwickler und Gestalter im Software- und Medienbereich.




Fußnoten / Quellenverweise:

[1] Intellicore: Moo Box for iPhone
http://moobox.intellicore.net/

[2] Wikipedia: Massentourismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Massentourismus

[3] Wikipedia: Regenbogenpresse – siehe. Auflage und Marktanteil
http://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenpresse

[4] Wikipedia: Harry Potter – Kommerzieller Erfolg
http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Potter#Kommerzieller_Erfolg

[5] Wikipedia: Popkultur
http://de.wikipedia.org/wiki/Popkultur

[6] Springer science+business media: Medien, Aneignung und Identität
http://www.springerlink.com/content/l716m3017w8r9164/

[7] Wikipedia: Johannes Gutenberg und die Erfindung des Buchdrucks
http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg

[8] Welt online: Ich bin stolz darauf, einen Videorecorder programmieren zu können
http://www.welt.de/print-welt/article441057/Ich_bin_stolz_darauf_einen_Videorecorder_programmieren_zu_koennen.html

[9] Wikipedia: Polaroid
http://de.wikipedia.org/wiki/Polaroid

[10] Wikipedia: Sony Walkman
http://de.wikipedia.org/wiki/Walkman

[11] Wikipedia: Tamagotchi
http://de.wikipedia.org/wiki/Tamagotchi

[12] Wikipedia: Nintendo Gameboy
http://de.wikipedia.org/wiki/GameBoy

[13] Wikipedia: Nokia
http://de.wikipedia.org/wiki/Nokia

[14] Wikipedia: Napster Musiktauschbörse
http://de.wikipedia.org/wiki/Napster

[15] Heise online: Amazon-Weihnachtsgeschäft, Kindle lässt die Kassen klingeln
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Weihnachtsgeschaeft-Kindle-laesst-die-Kassen-klingeln-892779.html

[16] silicon.de: Details zur Musikmesse CeBIT
http://www.silicon.de/cio/wirtschaft-politik/0,39038992,41525994,00/details+zur+musikmesse+cebit.htm

[17] Spiegel online: Internet der Zukunft – Im Netz der Giganten
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,672654,00.html

[18] WIRED Magazine: The Untold Story – How the iPhone Blew Up the Wireless Industry
http://www.wired.com/gadgets/wireless/magazine/16-02/ff_iphone?currentPage=all

[19] Yahoo! Finance: Google, Apple spar in high-tech heavyweight battle
http://finance.yahoo.com/news/Google-Apple-spar-in-hightech-apf-2490752506.html?x=0&.v=4

[20] Heise online: Firefox überholt in Deutschland Microsofts Internet Explorer
http://www.heise.de/ix/meldung/Firefox-ueberholt-in-Deutschland-Microsofts-Internet-Explorer-873082.html

[21] Wikipedia: Microsoft Passport-Netzwerk
http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Passport-Netzwerk

[22] Wikipedia: MSN – The Microsoft Network
http://de.wikipedia.org/wiki/MSN

[23] Wikipedia: Microsoft Zune MP3-Player – Kritik
http://de.wikipedia.org/wiki/Zune#Kritik

[24] derStandard: Wie Microsoft Windows Mobile retten will
http://derstandard.at/1262209329008/Plan-Wie-Microsoft-Windows-Mobile-retten-will

[25] Spiegel online: Hobbysammler – Bill Gates zeigt Handschrift von Leonardo da Vinci
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,46487,00.html

[26] Spiegel online: Bill Gates, Bildergott
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4971/bill_gates_bildergott.html

[27] Zeit online: Goggles – Im Google-Wahn
http://www.zeit.de/2010/03/01-Google?page=all

[28] Google: Weitere Google-Produkte
http://www.google.de/options/

[29] Picasa Homepage
http://picasa.google.de/

[30] YouTube Homepage
http://www.youtube.com/

[31] YouTube: Music Discovery Project
http://www.youtube.com/disco

[32] Google Bücher Homepage
http://books.google.de/

[33] Blogger Homepage
https://www.blogger.com/start

[34] Google News Homepage
http://news.google.de/

[35] Google Maps Homepage
http://maps.google.de/

[36] Google Earth Homepage
http://earth.google.com/intl/de/

[37] amazon.de: Ersatz- & Verschleißteile
http://www.amazon.de/Ersatz-Tuning-Verschleißteile/b/ref=amb_link_69279265_16?ie=UTF8&node=79919031

[38] amazon.de: Kinder- und Babybekleidung
http://www.amazon.de/Kinder/b/ref=amb_link_43829165_8?ie=UTF8&node=79201031

[39] Wikipedia: MacPaint
http://de.wikipedia.org/wiki/MacPaint

[40] Wikipedia: MacDraw
http://de.wikipedia.org/wiki/MacDraw

[41] Wikipedia: Desktop-Publishing
http://de.wikipedia.org/wiki/Desktop-Publishing

[42] GEMA: Musik-Kaufverhalten im Internet – Alben-Verkäufe überflügeln Einzeltracks
http://www.gema.de/index.php?id=1532

[43] Wikipedia: Steve Jobs
http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Jobs

[44] Wikipedia: Apple TV
http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_tv

[45] Engadget: Apple drops “Computer” from name
http://www.engadget.com/2007/01/09/apple-drops-computer-from-name/

[46] Wortgefecht: Wer hört denn nun Podcasts?
http://www.wortgefecht.net/marktforschung/wer-hoert-denn-nun-podcasts/

[47] Apple: iPad
http://www.apple.com/ipad/

[48] Golem: Amazon-Chef – Millionen Menschen haben einen Kindle
http://www.golem.de/1001/72734.html

[49] Derek Powazek: What I Hope Apple Unleashes Tomorrow
http://powazek.com/posts/2234

[50] Mr. Gadget: “Information at Your Fingertips (2005)” – Zurück in die Zukunft: Die Vision von Bill Gates aus dem Jahr 1994
http://www.mr-gadget.de/tech-history/2009-05-20/zurueck-in-die-zukunft-die-vision-von-bill-gates-aus-dem-jahr-1994/

[51] Wikipedia: Apple Knowledge Navigator
http://de.wikipedia.org/wiki/Knowledge_Navigator

[52] John Gruber: The Tablet
http://daringfireball.net/2009/12/the_tablet

[53] Mashable: What’s Missing from the Apple iPad?
http://mashable.com/2010/01/27/ipad-whats-missing/

[54] Google Suche: “ipad fail”
http://www.google.de/search?hl=de&safe=off&q=ipad+fail

[55] Fraser Speirs: Future Shock
http://speirs.org/blog/2010/1/29/future-shock.html

[56] Alertbox / Jacob Nielsen: Frisch oder altbekannt – Wie aggressiv ein Redesign sein sollte
http://www.usability.ch/Alertbox/20090921.htm

[57] Wikipedia: Medienkonvergenz
http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkonvergenz

[58] Henry Jenkins: Welcome to Convergence Culture
http://www.henryjenkins.org/2006/06/welcome_to_convergence_culture.html

[59] Global Voices: Saudi Arabia Blocks Blogger and Flickr, Again
http://globalvoicesonline.org/2005/10/04/saudi-arabia-blocks-blogger-and-flickr-again/

[60] Welt online: Digitaler Aufstand – Der Iran twittert plötzlich Morgenluft
http://www.welt.de/webwelt/article3941684/Der-Iran-twittert-ploetzlich-Morgenluft.html

[61] ZDF heute: Google will sich Chinas Zensur nicht beugen
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8010837,00.html


Zweites Ethernet-Netzwerk anlegen für Konfigurationszwecke

09. Januar 2010

Manchmal kann Tech-Support ganz schön kompliziert sein – wie gut, dass man immer wieder auf kleine Kniffe und Tricks kommt, die einem das Leben erleichtern.

Vor einigen Tagen habe ich ein neues NAS-System für Backup-Zwecke eingerichtet. Sehr empfehlenswert übrigens, bei Interesse mal einen Blick auf das ReadyNAS NV+ (jetzt von Netgear, ehemals Infrant) zu werfen. In einer kleinen handlichen Box erhält man für ca. 700 EUR ein 4TB-Speichersystem mit dynamischer RAID-Konfiguration und diversen Netzwerk-Diensten und Zusatzoptionen. Ich hab bereits das zweite System dieser Art im Einsatz und bin vom Gesamteindruck her sehr zufrieden.

Nun zurück zum eigentlichen Thema. Beim Einrichten des NAS (sowie manchmal auch bei anderen Netzwerkgeräten), vergibt dieses eine feste initiale IP-Adresse 192.168.168.168. Der Zugriff übers Netz ist also nur möglich, wenn man sich mit dem zugreifenden Rechner im selben Subnetz befindet. Was aber, wenn sich zwischen Konfigurationsrechner und Gerät ein Switch befindet, oder man gar per Fernwartung über VPN das Gerät einrichten möchte? Hier kommt ein Wechsel der lokalen Netzadresse im Rechner nicht in Frage, weil man sich ja sonst selbst den Zugang zum Netz abschneiden würde!

Die Lösung heißt in diesem Fall: ein zweites logisches Netzwerk anlegen!
Klingt einfach, ist es auch… wenn auch die Option dafür sich etwas versteckt. Unter OSX Leopard findet man in der Systemeinstellung “Netzwerk” links eine Übersichtsliste der installierten Netzwerkadapter. Unterhalb der Liste ist ein kleines “+” Plus-Zeichen, mit dem man ein neues Netzwerk hinzufügen kann. Hier einfach z.B. noch ein weiteres “Ethernet” hinzufügen. Dieses lässt sich unabhängig vom bereits vorhandenen Ethernet-Zugang konfigurieren und wird als weiteres logisches Netzwerk auf dem gleichen physischen Ethernet-Adapter behandelt.

Mac OSX Systemeinstellung Netzwerk

Im Fall meiner NAS-Konfiguration konnte ich nun eine zweite lokale Ethernet-IP 192.168.168.169 auf meinem MacBook Pro einrichten und darüber die Erstinstallation des ReadyNAS vornehmen. Nachdem das NAS auf eine feste IP des lokalen Netzwerks umgestellt war, konnte ich das temporäre Ethernet-Netzwerk aus meiner Netzwerkliste einfach wieder mit dem “-” Minus-Zeichen entfernen und alles war gut!

PS: Das Setting sah im konkreten Fall etwas anders aus, da ich über VPN von außen auf einen Rechner zugegriffen habe, der sich im selben physischen Netz mit dem NAS befand und dann dort das zweite logische Ethernet eingerichtet und zur Konfiguration benutzt habe. Wie der aufmerksame Leser bemerkt, wird ein Routing des zweiten Netzwerks über VPN ohne weiteres nicht funktionieren. Aber hier geht es ja ums grundsätzliche Prinzip, wie das zweite Netzwerk eingerichtet werden kann.

System-Finetuning für bessere Produktivtät

28. November 2009

Wie versprochen hier die Vortragsfolien meiner Präsentation vom BarCamp Braunschweig am 28.11.2009 als PDF-Datei zum Download.

Im PDF enthalten sind alle Links zu den genannten Tools und Buchempfehlungen – einfach auf die entsprechenden Bezeichnungen, URLs oder Buchtitel klicken…

System-FineTuning Titel

System FineTuning (PDF 2,6 MBytes)

neuen Kontakt suchen im Apple Adressbuch

27. Oktober 2009

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie tragen auf die Schnelle einen neuen Kontakt unterwegs in Ihrem iPhone ein. Als Sie nun am nächsten Tag den Eintrag am Mac überarbeiten/vervollständigen wollen können Sie sich nur leider nicht mehr an den Nachnamen des neuen Gesprächspartners erinnern?

Leider lässt sich die Kontaktliste im Adressbuch nicht nach letzten Änderungen sortieren. So kann es passieren, dass man manchmal ziemlich ratlos mit der Suchfunktion herumprobiert, ob einem nicht doch noch das eine oder andere Merkmal wieder einfällt, um den neuen Eintrag zu identifizieren…

Ein kleiner Trick zaubert die zuletzt neu angelegten Einträge schnell wieder hervor: Hier hilft eine “intelligente Gruppe”

Intelligente Gruppe: neue Einträge im Adressbuch

Bei den Eigenschaften wird ausgewählt “Visitenkarte” “wurde geändert innerhalb”, gefolgt von z.B. “2″ Tagen. Damit erscheinen automatisch alle Einträge in dieser Gruppe, welche in den letzten 2 Tagen hinzugefügt oder geändert wurden.

Umstieg: Entourage > Adressbuch – Kategorien konvertieren

11. Mai 2009

Wie bereits in einem früheren Beitrag beschrieben, gibt es beim Umstieg von Entourage zum Mac OSX Adressbuch einige Unterschiede in der Datenstruktur zu beachten. Unter anderem werden die Kategorien von Entourage bei der Konvertierung nicht automatisch übernommen.

Folgender Tipp bei macosxhints.com beschreibt eine Methode, wie man die Kategorien bei der Konvertierung manuell in Adressbuch-Gruppen übertragen kann:

ein gut verstecktes iPhone-Feature

17. März 2009

Zugegeben: Ich lese nicht gerne Bedienungsanleitungen… Vielleicht wäre ich sonst schon früher auf ein wirklich nettes und überaus nützliches Feature an meinem iPhone gestossen.

Hin und wieder höre ich beim Spazierengehen mit meinem iPhone Podcasts. Dazu benutze ich die praktischen Ohrstöpsel, welche dem Gerät beiliegen. Diese haben den großen Vorteil, dass man mit dem eingebauten Microphon unterwegs auch telefonieren kann. Das klappt sogar bei starkem Wind noch gut, wenn man das Microphon knapp unterhalb des Jackenkragens positioniert. Besonders im Winter mit Mütze über den Ohrstöpseln kann man so gut unterwegs einige Telefonate erledigen, oder halt mal in Ruhe einen längeren Podcast hören. Um die Verkabelung dezent zu gestalten, verstecke ich das Ohrhörerkabel unter der Jacke und das iPhone in der Hosentasche.

Einzig wenn man unterwegs z.B. einen Nachbarn trifft und spontan angesprochen wird, wurde es bisweilen schwierig bzw. unhandlich, weil man dann erst das iPhone unter der Jacke aus der Hosentasche vorkramen muss, ggf. die Handschuhe ausziehen, um per Fingergeste zu entriegeln, dann den virtuellen Pause-Knopf drücken und anschließend das Spiel in umgekehrter Reihenfolge…

Heute bin ich per Zufall auf einen sehr viel einfacheren Weg gestossen: Aus Versehen kam ich beim zurechtzupfen des Ohrhörerkabels an das Kragenmicrophon und wunderte mich, warum der Podcast stoppte. Des Rätsels Lösung: das Microphon beherbergt einen unscheinbaren Button! Wenn man mit zwei Fingern das Micro zusammendrückt, wird dies im iPhone als Start/Stopp-Button ausgewertet. Damit lässt sich z.B. der aktuelle Audio-Beitrag pausieren. Oder wenn plötzlich ein programmierter Wecker-Alarm unterwegs klingelt, kann man per Microphon-Klick den Schlummern-Modus aktivieren.

Die eigentliche Funktion des Buttons ist wohl das Annehmen und Beenden von Anrufen. Aber Apple hat den Button gleich mit einer Vielzahl weiterer nützlicher Bedienungs-Kontexte ausgestattet!

Nun kann ich schnell und bequem auf unerwartete Situationen reagieren, wenn ich meine Podcast-Runden drehe… :-)

 
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iCal Daten-Konvertierung

16. Januar 2009

Hier noch ein Nachtrag zum iCal-Umstieg (siehe voriger Beitrag). Im WEB gibt es einen Konverter für CSV nach iCal als Online-Dienst: CSV to iCal Calendar Convertor

Nicht selbst getestet, aber vielleicht ist diese Information ja bei Gelegenheit ganz nützlich…

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iPhone hilft im Serverraum

01. Dezember 2008

Manchmal muss man sich in beengten Situationen behelfen. So z.B. bei der Frage, ob der Xserve G4 über FireWire 800-Anschlüsse verfügt. Und wenn ja, wo befinden sich diese Anschlüsse auf der Gehäuse-Rückseite?

Im engen Serverraum kann das schon eine ziemliche Herausforderung sein – zumal, wenn man den Server nicht im laufenden Betrieb aus dem Regal ziehen möchte, um auf der Rückseite nachzuschauen.

Wie gut, wenn man sein iPhone dabei hat! Schnell mal in den Kamera-Modus wechseln, das Phone hinter den Server halten und einen Schnappschuss auslösen…

Schon kann man mit ziemlicher Gewissheit sagen, dass in der Tat zwei FireWire 800-Anschlüsse vorhanden sind. Und mit etwas Geschick lässt sich nun auch mühelos der Anschlussstecker in die richtige Position manövrieren :-)

AppleScript hilft: einen ganzen Projektordner konvertieren

28. November 2008

Manchmal gibt es stupide Aufgaben, wo eine simple immer wieder gleiche Tätigkeit vielfach an unterschiedlichen Stellen ausgeführt werden muss.

Zum Beispiel die Konvertierung der Dateicodierung eines kompletten Projektordners mit hunderten von Dateien in zig Unterordnern. Diese Konvertierung war im vorliegenden Fall erforderlich, weil PHP u. U. allergisch auf UTF-8 codierte Script-Dateien reagiert, wenn diese eine Byte-Order-Mark Kennzeichnung (BOM) enthalten. Somit stellte sich die Aufgabe, mit Hilfe eines Texteditors in über 700 Programmdateien eines Projekts die eingestellte Zeichensatz-Codierung zu ändern – was per Hand mehrere Stunden Arbeit bedeutete…

Sofern sich die auszuführende Aktion scripten lässt, kann man jedoch mit einer einfachen AppleScript-Schleife eine komplette Ordner-Hierarchie rekursiv durchlaufen und die Aktion dann immer wieder in gleicher Weise auf alle enthaltenen Dateien anwenden.

War es in früheren Zeiten noch erforderlich, umständliche Routinen für das rekursive Durchlaufen eines Verzeichnisbaums zu programmieren, so gibt es inzwischen ein einfaches Finder-Kommando, welches einem den kompletten Verzeichnisbaum mit allen enthaltenen Objekten direkt zurückliefert:


tell application "Finder"
set theList to entire contents of theFolder as alias list
end tell

 

Mit Hilfe diese Konstrukts lässt sich die eingangs beschriebene Aufgabe unter Zuhilfenahme des Texteditors BBEdit mit ein paar kurzen Zeilen AppleScript wiefolgt lösen:


tell application "Finder"
set theFolder to choose folder
set theList to entire contents of theFolder as alias list

repeat with thisItem in theList
if kind of thisItem is not "Ordner" and file type of thisItem is "TEXT" then

tell application "BBEdit"
activate
open
thisItem

set myprops to properties of text document 1
if encoding of myprops is "Unicode (UTF-8)" then
set properties of text document 1 to {encoding:"Unicode (UTF-8, no BOM)"}
save text document 1
end if
close text document
1

end tell

end if
end repeat

end tell

Die eingesparte Zeit ließ sich nun prima nutzen, um diesen Tipp hier als Blogeintrag zu verewigen ;-)

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